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Baumann-Hasske setzt „Gefängnistour“ fort

Harald Baumann-Hasske besucht Maßregelvollzug Großschweidnitz und JVA Leipzig

  Alkoholprobleme werden weniger relevant, dafür nimmt das Problem Crystal im ostsächsischen Raum weiter zu. Cannabis ist nach Meinung von Fachärzten wegen häufig auftretender Psychosen keinesfalls zu verharmlosen. Zwei von drei psychotischen oder gar schizophrenen Patienten hätten eine Cannabis-Karriere hinter sich. Darüber sowie zu vielen weiteren Fragen im Zusammenhang mit Sucht und Straffälligkeit informierte sich Harald Baumann-Hasske gestern während seiner "Gefängnistour" im Maßregelvollzug des Sächsischen Krankenhauses Großschweidnitz.
Dabei erfuhr er auch, dass die dort untergebrachten Patienten, wie die in der Regel verurteilten Straftäter hier heißen, nach Verbüßung ihrer Strafe eine deutlich bessere Sozialprognose haben als andere Strafgefangene. Dies betrifft sowohl die Gefahr des Rückfalls in den Alkohol- und Drogenkonsum, als auch eine erneute Straffälligkeit. Allerdings hängen Sucht und abweichendes Verhalten vor allem bei Jüngeren oft mit Problemen im Elternhaus, dem familiären und sozialen Umfeld sowie fehlenden Schulabschlüssen zusammen. Schulabschlüsse können Patienten im Zuge der Behandlung nachholen.
Alkoholismus führt zunehmend zu Schwerstschädigungen, die eine Integration der Betroffenen in den Arbeitsmarkt fast unmöglich machen. Harald Baumann-Hasske war beeindruckt von Kompetenz und Engagement der Mitarbeiter und sprach sich für langfristige Nachsorgekonzepte nach Entlassung in die Freiheit aus. Vorbeugen ist besser für die Patienten und billiger für die Allgemeinheit als Vollzug.
Bereits in der vergangenen Woche besuchte Harald Baumann-Hasske im Rahmen seiner Gefängnistour die Justizvollzugsanstalt Leipzig, wo sich rund 520 Menschen im Strafvollzug befinden. Mit dem Anstaltsleiter Rolf Jacob sprach er vor allem zu den Themen Chancen und Risiken der Resozialisierung "im Knast", Fragen der Personalentwicklung und als Besonderheit in Leipzig über das angeschlossene Haftkrankenhaus. Das Krankenhaus ist ein Bau aus den 20er Jahren des 19 Jarhunderts und Bedarf dringend eines Neubaus, ist es doch das einzige Haftkrankenhaus in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Nach umfassender Information in der JVA ging es noch in den benachbarten Maßregelvollzug des Krankenhauses St. Georg. Hier zeigte sich Harald Baumann-Hasske sehr beeindruckt von dem umfangreichen Angebot zur Behandlung für Menschen, die ihre Straftaten unter Alkohol- und Drogeneinfluss begangen haben. Mit bei der Tour war auch der Leipziger Martin Klein in seiner Funktion als SPD-Ortschaftsrat.
Maßregelvollzug Großschweidnitz_IV_08_12_2015
Maßregelvollzug XI_08_12_2015
Maßregelvollzug Großschweidnitz_08_12_2015
Maßregelvollzug_Krankenhaus St.Georg Leipzig
JVA Leipzig_Harald Baumann-Hasske_Bediensteter
Sächsische Zeitung_Löbau_09_12_2015_Seite 1
Sächsische Zeitung_Löbau_09_12_2015_Seite 15